Historie

„Wasastecha“ ist Mundart und bezeichnet das Abbauen von Torf zur Verwendung als Brennstoff.

Trotz ursprünglich großer Waldungen im Mindeltal herrschte schon vor Jahrhunderten Holz- und Brennstoffmangel in unserer Region. (…) Auch im Raum Pfaffenhausen herrschte allgemeiner Holzmangel. So kam hier große Freude auf, als der Fürstbischof als Pfaffenhausener Landesherr Ende des 18. Jahrhunderts genehmigte, ‚zur Schonung der Wälder nach Torf graben zu dürfen‘.

Und so hat man noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts im „Pfaffahauser Moos“ Torf abgebaut. Dazu verwendete man spezielle Werkzeuge wie den „Wasastecher“. Die quaderförmigen Ballen wurden nach dem Anstechen zum Trocknen ausgelegt.

In den Moosegebieten von Mindel und Flossach wurden dann bis Mitte der 1950-er Jahre ‚Wasa g´stocha‘, wie man sagte. Die Arbeit der „Wasastecher“ war sehr anstrengend und aufwendig. Die über Monate hinweg neben den ‚Mooslöchern‘ zum Trocknen aufgestapelten ‚Wasa‘ gaben allerdings keine besondere Hitze. Die brikettförmigen Wasen hielten aber die Glut recht gut und sorgten für eine anhaltende Wärme.

Heute findet das Abbauen von Torf in Deutschland aus Gründen des Naturschutzes praktisch nicht mehr statt. In Schottland beispielsweise wird Torf noch für die Herstellung von vielen Whiskeysorten verwendet, insbesondere bei der Vermälzung (Räucherung).

Zitate aus:
Josef Hölzle, Brauchtum – Heimat – Geschichten, Das Unterallgäu im Wandel der Zeit, 2013, S. 133

Weitere Infos:
Artikel in der Mindelheimer Zeitung, von Josef Hölzle